MARTINA LEISTEN
 

MEINE PLEITE

 

Fotos by Torsten Halm/Fotografie Wohnzimmer Berlin


Hätte mir jemand vor 10 Jahren gesagt, dass ich einmal zum Thema Scheitern in der Öffentlichkeit stehen würde, hätte ich ihn für verrückt erklärt. Das Thema Scheitern war damals für mich so gesehen "kein Thema". Ich wollte grade ein eigenes Café mit wenig Geld und großen Hoffnungen eröffnen und das Letzte, was ich wollte, war, mich damit im großen Stil auf die Nase zu legen. Ich wurde eines Besseren belehrt. Eine erfolgreich durchstandene Privatinsolvenz später weiß ich heute: Scheitern ist Scheiße. Es forderte nicht nur meine Selbstachtung heraus sondern zog auch noch einen Rattenschwanz an unangenehmen Nebenwirkungen wie Depressionen, Einsamkeit und Armut mit sich. Scheitern gehört zu den in unserer Gesellschaft immer noch mit Scham und Schande besetzten unliebsamen Ereignissen im Leben, die man tunlichst vermeiden möchte.

Nachdem ich mich die ersten Jahre in der Insolvenz eingeigelt und meine "Schande" nach außen hin gut vertuscht habe, bin ich irgendwann in die Offensive bzw. Öffentlichkeit gegangen. Ich bin von jeher eine Kämpfernatur gewesen. Ich wollte mich nicht damit anfreunden, das alles einfach still und heimlich für mich behalten zu müssen. Ich hatte das Bedürfnis, über "die Sache" zu sprechen. Und tat es auch.

Es war für mich wie ein innerer Befreiungsschlag. Nicht nur die positive Resonanz von Publikum und Medien haben mich darin bestärkt, dass ich das Richtige für mich tat. Ich spürte auch wie ich langsam wieder Mut und Zuversicht erlangte, um wieder aufs Pferd, von dem ich zuvor gefallen war, zu steigen.

Ich habe die harte Zeit der Insolvenz und den damit verbundenen "Nebenwirkungen" zum Glück jetzt schon eine Weile hinter mir gelassen. Durch diesen Abstand gelang es mir, meine Erfahrungen in meinem Buch

"VOLL VERKACKT! WIE ICH AUF GANZER LINIE SCHEITERTE UND WAS ICH DARAUS LERNTE"

zu verarbeiten, das am 16.10.2019 beim MVG Verlag erschienen ist.

Ich hoffe sehr, dass ich euch mit meinem Buch Mut machen kann, eure Träume zu leben und keine Angst vor dem Scheitern zu haben. Vielleicht sogar "einfach mal ins kalte Wasser zu springen" anstatt ewig zu zögern und zu zaudern. Denn auch wenn Scheitern für mich weiterhin nicht gerade die "schönste Sache auf der Welt" ist, so kann ich eines mit Gewissheit sagen:

Ich habe es nie bereut, dass ich etwas gewagt habe! Und würde es immer wieder tun. Nur anders.

Eure Martina